Endspurt- oder: Das Beste kommt zum Schluss

Dunkel
Nach 11 Projektmonaten und einigen schweigsamen Wochen kommt hier meine Kurz-vor-Schluss-Bilanz zum 30.11.2014.
Außerdem möchte ich im Dezember projektmäßig noch einmal ernst machen. Und ohne Zeugen fühlt es sich nur halb so ernst an.
Zu meinem Plänen im Dezember gleich noch mehr. Erst aber kurz eine Zusammenfassung der vergangenen Wochen:

Kilometermäßig bin ich absolut auf der sicheren Seite. Seit sage und schreibe 334 Tagen gehe  (oder laufe) ich täglich stur meine fünf Kilometer. Keine Ausnahme.
Zugegeben, ein paar Mal war ich seeehr in Versuchung, abends einfach mit meinem Hintern auf der Couch hocken zu bleiben.
Hatte sich an solchen Tagen meine Unlust nicht im Stillen niederringen lassen, dann half mir mein Mann auf die Sprünge:

Ich: “ Heute habe ich ÜBERHAUPT KEINE LUST, noch rauszugehen. Ich glaube, ich lasse das Gehen heute ausfallen!“
Ehemann: “ Das wäre dann das erste Mal in diesem Jahr….“
ICH: “ JAAAA, okay…. Ich gehe ja schon…“

Dafür (und für tausend andere Dinge…) herzlichen Dank an meinen geduldigen Mann.
(Durch meine Dankbarkeit fällt es mir auch leichter, über Sätze wie das klassische „Wohin?“ auf meine Ankündigung „Ich gehe jetzt.“ oder das vollkommen überraschte „Ach stimmt, du musst ja noch gehen…“ ohne Gewaltexzesse hinwegzugehen.)
Auf dem Geh-Gebiet war ich vor Ausfällen also ziemlich sicher.

Nicht so bei der Meditation.
Bei „fünfzehn Minuten“ denke ich seit einigen Wochen (genauer seit Mitte September) eher an die Fünf(zehn)-Minuten-Terrine als an meditative Versenkung. Zeitgleich mit dem regelmäßigen Schreiben ging auch die tägliche Meditation den Bach runter.
Zwar habe ich statistisch in 2014 immer noch an mehr Tagen meditiert als nicht meditiert, aber wirklich stolz macht mich das nicht.
Mein schönes Sitzholz staubt mit verbittertem Gesichtsausdruck vor sich hin. Das arme Ding.

Vom staubigen Sitzholz gleich ohne Pause weiter zu meiner leicht angegrauten Yogamatte.
Auch auf yogischem Gebiet bleibe ich weit hinter meinen eigenen Erwartungen zurück. Immer wieder der gleiche Schmarrn:
Ich weiß, dass das Üben mir gut tut.
Ich fühle mich gut, wenn ich regelmäßig übe.
Aber:
Ich tue es nicht.
Warum?
Vielleicht tut mir zu viel gut nicht gut?!?
Fragen über Fragen…
Erklärungsversuche sind sehr willkommen. Die wahrscheinlichste Erklärung jedoch: Faulheit.

Auch minimalistisch befinde ich mich gerade an einem toten Punkt.
Nach dem 30-Tage-Minimalismus-Spiel im Juli habe ich natürlich nicht wie verrückt eingekauft und die wohltuenden freien Stellen in Schränken und Regalen wieder vollgestopft. Dennoch fällt mir ganz unangenehm auf, wie viel überflüssiges Zeug sich immer noch in meinem Besitz befindet. Trotz der mehr als 465 rausgeschmissenen Teile.
Ziemlich depremierend, echt!

Sonst war in den vergangenen Wochen gleichzeitig sehr viel und überhaupt nichts los. Der Kurs zur Hospizbegleiterin ist in vollem Gange, darüber später mal mehr.

1949,69 Kilometer und 69,85 Stunden

Was für eine gewaltige Strecke, die ich seit Jahresbeginn zurückgelegt habe.
Jeden Tag frische Luft. Jetzt in Herbst und Winter wird das Den-Hintern-Hochkriegen wieder zur Herausforderung. Kalt und dunkel wirkt von der warmen Wohnung aus nicht sehr einladend.

Hier noch schnell meine Pläne für den Dezember, damit sie öffentlich sind, und ich aus der Sache nicht mehr wirklich rauskomme.
(Kaum zu glauben, für welchen Motivationsschub der „Öffentlich-Scheitern-ist-viel-zu-peinlich“-Effekt sorgen kann. Darauf baue ich jetzt…)

Die Spielregeln für den Dezember sehen so aus:

  • Jeden Tag fünf Kilometer gehen oder laufen. (Jaja, ein alter Hut…)
  • Jeden Tag fünfzehn Minuten meditieren. (Betonung auf JEDEN…)
  • 6 mal pro Woche Yoga üben. (Ausnahmen: moondays und ladies‘ holiday)
  • 30-Tage-Minimalismus-Spiel im Dezember. (Ja, das sind dann noch mal 465 Gegenstände…)

Grande Finale zum Projektende also.
Ich bitte um genaue Beobachtung meiner möglichen Ausflüchte und Ausreden.
Bis nächste Woche dann!

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