Das Projekt

Mein 365-Tage-Projekt 2014 – Fünf und fünfzehn

Die Idee:
Durch Zufall fiel mir vor einigen Tagen die erste Deutschland-Ausgabe der Zeitschrift „Flow“ ins Auge – und darin der Artikel „Kleine Tagwerke„.

Das Thema: 365-Tage-Projekte, also ein Jahr lang jeden Tag eine Sache machen, anfertigen, schaffen und dann dokumentieren. Auf einer Liste (nur im Heft, nicht online) fanden sich gleich 116 Vorschläge für ein mögliches Projekt. Aufgrund meines recht übersichtlichen kreativen Potenzials fielen die meisten Ideen aus, wie beispielsweise

Nr. 8: „Täglich ein Bild des eigenen Haustieres zeichnen“ : Wir haben Hunde und mir gelingt es an einem guten Tag gerade so, eine Amöbe optisch ansprechend darzustellen…

genauso wie

Nr. 63: “ Male etwas mit verbundenen Augen und entscheide erst dann, was es sein soll“: Bei mir genauso mit nicht verbundenen Augen- ich entscheide, was es sein soll, aber es will einfach nicht so aussehen.

oder

Nr. 95: Ein Jahr lang alles zeichnen, was man einkauft“: Leider kaufe ich nicht nur Eier oder Bananen – und für mehr reicht es nicht.

Da ich die Idee eine 365-Tage-Projektes aber toll finde und 2014 vor der Tür steht, habe ich mich für Idee-Nummer 39 entschieden:

Idee Nummer 39“ Ein Jahr lang jeden Tag fünf Kilometer laufen oder spazieren.“

Zuerst dachte ich mir „Naja, nur 5 Kilometer, wie popelig, müssten das nicht mindestens 10 sein? Oder ein Marathon bis zum Jahresende? Oder gleich der Jakobsweg? Nur 5 Kilometer am Tag, das lohnt sich ja gar nicht…“

Nach diesem Anfall von Größenwahn kam dann das andere Extrem. „WAS? Fünf Kilometer jeden einzelnen Tag? Und wenn ich mal gar nicht dazu komme? Und wenn ich krank bin? Und wer weiß schon, was nächstes Jahr noch alles passiert, wie soll ich denn für ein ganzes Jahr vorausplanen?“

Nachdem ich aber weiß, dass ich den Stimmen in meinem Kopf nicht alles glauben darf, was sie mir so erzählen wollen, habe ich mich entschieden, das Projekt einfach durchzuziehen.

Das soll der erste Teil meines Projektes sein: „FÜNF“

Von den Stimmen in meinem Kopf kam ich dann auch relativ schnell zum zweiten Teil des Projektes, der „FÜNFZEHN“.

Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich intensiv, aber eher theoretisch mit dem Thema Meditation. Das Thema lässt mich nicht los, jedoch konnte ich bisher die erwarteten positiven Effekte der Meditation nie wirklich erfahren, da ein typischer „Diesmal -werde-ich-aber-wirklich-meditieren“-Zyklus bei mir so aussieht:

  1. Buch zum Thema kaufen.
  2. Buch lesen.
  3. Leider steht auch in diesem Buch, dass man tatsächlich meditieren muss, um es zu erlernen.
  4. Höchstens 6 Tage lang jeden Tag eine Stunde lang meditieren.
  5. Spätestens an Tag 7 kommt irgendwas dazwischen.
  6. Weiter bei 1.

Um diesen Zyklus zu durchbrechen, werde ich die Punkte 4 und 5 versuchen dadurch zu überlisten, dass ich neben meinen fünf Kilometern

ein Jahr lang jeden Tag 15 Minuten meditiere.

(Ja, tatsächlich nur eine Viertelstunde, mein liebes Ego…)

So, das ist es also nun, fünf Kilometer und fünfzehn Minuten täglich, ab 01.01.2014.

Die Spielregeln:
Die Entscheidung ist also gefallen, im kommenden Jahr jeden Tag 5 Kilometer zu laufen oder zu gehen und jeden Tag 15 Minuten zu meditieren.

Nun werde ich meine eigenen Spielregeln für das Projekt festlegen, damit ich mich selbst nicht bescheissen kann, wenn mein innerer Schweinehund (ein richtiger Drecksköter…) an seiner Leine zerrt.

  • Fünf Kilometer laufen oder gehen bedeutet natürlich 5 km am Stück. Ein Kilometer in die Arbeit, ein Kilometer wieder heim und drei Kilometer beim Einkaufen sind eben keine 5 Kilometer.
  • Mit der Möglichkeit, die Strecke entweder zu laufen oder zu gehen nehme ich mir selbst Ausreden wie „Täglich zu laufen ist ja gar nicht sooo gesund… Nicht, dass ich mich überlaste…“.
  • Kontrollieren werde ich die Strecke mit meiner GPS-Laufuhr, die sich die gelaufene Strecke merkt mit Hilfe meines Handys und der Runtastic-App.

Fünf Kilometer an jedem Tag bedeutet, dass am 31.12.2014
eine Gesamtstrecke von 1825 Kilometern zu lesen sein muss. (Ach du Scheisse, hätte ich das mal vorher ausgerechnet…)

  • Fünfzehn Minuten Meditation am Tag bedeutet fünfzehn Minuten am Stück auf dem Hintern sitzen, Augen geschlossen und die Gedanken vorbeiziehen lassen.
  • Nicht dazu zählen: Vor dem Fernseher einschlafen, morgens nach dem Weckerklingeln noch mal eindösen oder nur so auszusehen, als würde ich meditieren (ätherischer Gesichtsausdruck, gerade Haltung etc.), während ich eigentlich überlege, was ich noch alles erledigen muss.
  • Leider hat meine Meditationsuhr (Natürlich habe ich eine spezielle Meditationsuhr, meine Ausrüstung ist immer perfekt…) keine Memoryfunktion wie die Laufuhr, also muss ich mich in der Hinsicht auf meine Ehrlichkeit verlassen.

Bis 31.12.2014 muss ich bei fünfzehn Minuten täglicher Meditation insgesamt 5475 Minuten oder 91 Stunden und 15 Minuten meditiert haben.

Über den Fortgang meines Projektes werde ich jeden Montag Dienstag berichten. (Wenn Ihr nichts mehr von mir hört, sichere ich mir gerade die Domain „Den-Mund-zu-voll-genommen.com“…)

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  7. Bin begeistert wo deinem Projekt und du schreibst wundervoll spritzig… Mach weiter so…. Danke für die Berreicherung

    • Nicole

      Liebe Sanja!
      Vielen Dank für die nette Rückmeldung! Das spornt mich an, nicht schwach zu werden…
      Liebe Grüße,
      Nicole

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