Alles neu macht der Mai…

Schattenfrau mit Baum
Der Mai macht natürlich gar nichts neu, aber mir fiel kein anderer Titel ein.

Nachdem nun gut vier Monate des Post-Projekt-Jahres vorbei sind, möche ich Euch heute mal erzählen, welche unglaublich positiven Auswirkungen mein 365-Tage-Projekt auf mein Leben hatte (und welche Vorsätze schneller verpufft waren als es dauerte, das Wort „365-Tage-Projekt“ auszusprechen…)

Fünf Kilometer:
Gehen – mein Schätzchen, mein Glanzstück, meine Lieblings-Angewohnheit, mein ganzer Stolz…
Tatsächlich: Ich gehe immer noch. Seit mittlerweile 501 Tagen jeden Tag.
Am 31.12.2014 damit aufzuhören, wäre einfach komisch gewesen. Und jetzt, nach einem Jahr und vier Monaten noch seltsamer.
Ganz ehrlich war ich schon einige Male seeehr kurz davor,eine Geh-Pause zu machen.
Müde, keine Lust, gar keine Lust, zu kalt, zu schlecht gelaunt, zu faul…
Nur einen Tag mal eine Pause machen, ist doch sowieso vollkommen bescheuert, wem willst du damit überhaupt etwas beweisen, morgen kannst du ja dann wieder gehen, merkt ja keiner…
Nach draußen gebracht hat mich dann jedes Mal der Gedanke: „Und warum genau hättest da dann nach soundsoviel Tagen damit aufgehört?“
Spätestens bei „gar keine Lust“ aus der Liste meiner fadenscheinigen Ausreden hatte ich dann meine Schuhe an…
Also, der Beweis ist erbracht, dass man sich mithilfe der „Ich-tue-es-einfach-täglich“-Zermürbungstaktik auch gute Dinge angewöhnen kann.
Es kann klappen…

Fünfzehn Minuten:
…muss aber nicht…
Bei der Meditation stehe ich quasi wieder auf Los und kann noch einmal von vorne anfangen.
Könnte wieder von vorne anfangen, wenn ich denn würde…
Dieses Jahr habe ich bisher 2 mal meditiert. Gefühlt irgendwas zwischen gar nicht und noch nie.
Wobei das ja auch ein Zeichen meiner unglaublichen Konsequenz sein könnte:
So wie ich das Gehen weiterhin durchhalte, ziehe ich auch das Nicht-Meditieren weiterhin durch.
Auf dem Gebiet hilft Schönreden auch nicht mehr weiter, momentan würde ich mich als vorerst meditativ gescheitert betrachten.

Yoga:
In Gegensatz zur Meditation ist meine Yoga-Praxis kein vollkommenes Trauerspiel…
Ok, mein sehr optimistisches Vorhaben  vonwegen 6 mal die Woche üben und so weiter ist seit Jahresbeginn auf ein etwas realistischeres Maß zusammengeschrumpft, meine Devise lautet jetzt „Mindestens 15 Minuten täglich auf der Yogamatte“. Am täglich hapert es auch noch ein bisschen, aber die Dauer hat sich jetzt so bei 30 Minuten eingependelt. Anscheinend muss ich mir Ziele setzen, die mir beim ersten Anschein etwas popelig vorkommen, und stattdessen auf „steter Tropfen höhlt den Stein“ setzen.
Aus aktuellem Anlass noch eine kleine Weisheit aus meinem Yoga-Schatzkästchen:
Wenn es bei der Eröffnung einer Yogaschule vorab heisst „108 Sonnengrüße zur Eröffnung“, dann sind damit auch tatsächlich 108 (in Worten: einhundertundacht) Sonnengrüße gemeint. Pro Person. Am Stück. Hintereinander. So er- und überlebt bei der Eröffnung des Ashtanga Yoga München. Schön war es trotzdem.

Minimalismus:
Immer noch reduziere ich auf allen möglichen Ebenen. Weniger macht einfach freier. Und Freiheit wird mir immer wichtiger.
Das Ausmisten von Gegenständen verläuft mittlerweile schubweise mit längeren Pausen dazwischen. Doch trotz der Menge an in der Zwischenzeit losgewordenen Dingen finde ich immer noch genügend Überflüssiges. Sei es in meinem mittlerweile mehrfach durchgekämmten Kleiderschrank, im Bücherregeal oder im Keller.
Einen großen Schritt weitergekommen bin ich beim Reduzieren meines gesammelten Papierkrams. Mehrere Müllsäcke an Dokumenten habe ich gescannt, digital abgelegt und schließlich geschreddert. Nur die wichtigesten Dokumente habe ich tatsächlich noch in Papierform. Die gescannten Unterlagen liegen nun verschlüsselt auf meinem Laptop, in der Dropbox und auf einem USB-Stick. Bekomme ich jetzt ein Schreiben, Formular oder was auch immer in Paierform, muss ich es nur noch scannen, ablegen und das Papier vernichten. Keine Papierberge und keine Ablage mehr. Das ist wirklich ein sehr erleichterndes Gefühl!
Ausmisten musste ich (leider) auch in meinem übervollen Terminkalender, denn für mich hat die Idee des Minimalismus nicht nur etwas mit der Anzahl der Gegenstände zu tun, sondern vielmehr damit, sich zu entscheiden, wofür man den neu gewonnenen Freiraum nutzen möchte. Im Grunde geht es darum, womit man seine Lebenszeit verbringen möchte- uns womit nicht. Leider musste ich mir eingestehen, dass ich beim Vollstopfen meines Terminkalenders meine Kräfte zu optimstisch eingeschätzt hatte. Und so legte ich mein Projekt „Hospizbegleiterin“ erstmal auf Eis, bis mir neben Arbeit und Familie wieder mehr Kraft und Zeit übrig bleibt. Für den Moment wäre es mir zeitlich einfach zu viel gewesen.

Und sonst so?
Wie Ihr meiner Vorstellungsliste entnehmen konntet, möchte ich ja später gerne mal in einem Zirkuswagen leben.
Alternativ dazu könnte ich mir aber auch sehr gut ein Wohnmobil vorstellen oder einen Campingbus. Damit wären wir dann auch noch mobil.
Dass diese Idee durchaus durchführbar ist, zeigen einige Blogs, die mich sehr inspirieren und träumen lassen.

Zuerst einmal möchte ich hier aber Pia für ihren Blog malmini danken, da sie mich immer wieder auf neue Ideen und zu anderen Sichtweisen bringt – und auch zu vielen Blogs, die dann wiederum zu anderen Blogs…

Hier nun einige meiner reisend lebenden Lieblings-Blogs:

  • Keine Eile (Steffi „kenne“ ich schon aus dem Weltreiseforum, sie mich aber nicht, weil ich nur still vor mich hinlese…)
  • 14qm (Andreas und Claudia sind auch sehr erfahrene Reisende.)
  • Hermann unterwegs (Haben Eure Fahrzeuge auch Namen? Mein Auto heißt Rudi.)
  • Minimalisch (Noch nicht reisend lebend, aber bald.)
  • Abenteuer Spanien (Ich will auch einen Horst haben.)
  • Adios Angst (Aktuell nicht mehr im Bus reisend, trotzdem toll zu lesen – und Mut machend.)

Hier noch die übliche Zusammenfassung von Susi (Die Meditation lasse ich mal elegant unter den Tisch fallen…):

Bei 501 Tagen gehen sollte ich ja nach Adam Riese 2505 Kilometer auf meinem virtuellen Tacho haben, tatsächlich sind es aber 2882,59 Kilometer.
Läuft…

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